Hartholzauen

Bei jedem Hochwasser wird das Bodenniveau der Weichholzaue durch Ablagerung von Feinmaterial allmählich erhöht, bis es nur noch bei Spitzenhochwas-sern überflutet wird. In diesem am höchsten gelegenen Teil des Überschwem-mungsgebietes findet man die Hartholzaue.

Ihren Namen hat sie von den zahlreichen hier wachsenden, kräftigen und dauerhaften Baumarten erhalten. Im natürlichen Zustand trifft man auf einen vielschichtigen, oft mit Lianen verhangen Wald mit Dschungelatmosphäre.

Die beherrschende Baumart der Hartholzaue ist die Esche, aber auch Ulme, Stieleiche oder Ahorn gehören ihr an. Diese Waldgesellschaft wird in der Regel an weniger als 100 Tagen pro Jahr überschwemmt, liegt also in etwas trockeneren Bereichen.

Im Frühjahr schmückt ein weiss-gelber Blütenteppich von Buschwindröschen und Scharbockskraut den Auenwald. Im Laufe des Sommers wächst die Hartholzaue immer stärker zu, wird zugewuchert von Sträuchern und Schlingpflanzen, bis sie ein undurchdringliches, grünes Dickicht bildet.

Es ist ein strukturreicher Lebensraum, in dem viele verschiedene Feuchtstandorte oft mosaikartig verzahnt zu finden sind. Es gibt feuchte Mulden und trockenere Kuppen mit ihrer typischen Vegetation. Auflandungen und periodische Hochwasser fördern diese Strukturierung.

Der Wasserhaushalt ist prägender Faktor der Hartholzaue,die typischerweise 10-20 cm über dem Grundwasserspiegel liegt. Der Boden kann je nach Jahreszeit sehr ver-nässt, aber auch recht trocken sein. Der Untergrund besteht aus durchlässigem Fluss-schotter und kann deshalb leicht austrocknen. Durch die periodischen Überschwem-mungen ist der Boden sehr nährstoffreich und fruchtbar.